History
Freispruch History
Die Ursprünge von „Freispruch“ sind bei genauerer Betrachtung im Jahr 1982 festzumachen, als zwei Schlitzohren mit Namen Benjamin und Christian das Licht der Welt erblickten. Beide ahnten zu jenem Zeitpunkt noch nichts voneinander und es sollte noch Jahre dauern, bis sich ihre Wege kreuzen würden. Im Jahr 1995 begegneten sich die mittlerweile herangereiften Lausebengel schließlich und stellten schnell fest, dass sie aus ein und demselben Holz geschnitzt waren. Neben dem gemeinsamen Glauben an Jesus Christus verband sie ihre Leidenschaft für Musik, doch reichte ihnen eines Tages die passive Rolle des Konsumenten nicht mehr aus.
Inspiriert von „Cypress Hill“ und „Wu-Tang“ bastelten die Zwei mit Hilfe von Schlagzeug, Bass und 4-Spur im Jahr 1998 die ersten Beats zusammen, auf die sie die ersten Reime schrieben. Dabei lag es ihnen am Herzen, ihre Texte mit relevanten Inhalten zu füllen, indem sie über das Wichtigste im Leben rappten: die Liebe Gottes zu den Menschen. Unter dem Band-Namen „Holz“ sollten fortan die Tapedecks und Bühnen dieser Welt erobert werden.
Eine erste Gelegenheit, ihre mit viel Liebe und wenig Können geschaffenen Tracks vor größerem Publikum zu präsentieren, war eine Hip Hop Jam mit Rap-Gruppen aus dem In- und Ausland, die gleichzeitig die erste wirkliche Begegnung mit der Hip Hop Szene bedeutete. Dieser Kulturschock führte nicht nur dazu, dass sich die beiden Jungs nach ihrem Auftritt geraume Zeit im Backstage-Raum versteckten, sondern auch zu neuen Kontakten und Visionen.
So legten sich die Beiden nach und nach professionelles Musikequipment zu und Beatbastler Benni übte sich schnell im Umgang mit seinem brandneuen Akai MPC 2000, während Christian sich neben dem Rappen hin und wieder an seinen Technics 1210-ern im Scratchen versuchte. Mit verbesserter Ausrüstung wuchs nun langsam auch die musikalische Qualität, so dass es hin und wieder zu Anfragen für Auftritte kam. So zog die junge Band fortan durchs Land und machte hier und da in einem meist spärlich besuchten Jugendzentrum Station. Eine Zeit lang begleitete sie dabei DJ Marius, der für „das gewisse Etwas hinter Technics und `nem Vestax“ sorgte. Ein besonderes Highlight in dieser Zeit war die Hip Hop Jam auf dem „Freakstock“ 1999, die zu ersten Kontakten mit anderen christlichen Rap-Crews ( wie „W4C“ oder „Opa“) führte. In diesen Jahren durchliefen die zwei selbsternannten MCs einen wichtigen Reifungsprozess, sammelten Bühnenerfahrung und nutzten jede Gelegenheit, um ihre Fähigkeiten weiter auszubauen.
Auf ihrem Weg begegneten sie bald weiteren Gleichgesinnten, nämlich „Dane“ und „Dj Shockwave“ (heute Dj Restless) von „Geistreich“, mit denen sie von nun an oft gemeinsam in Punkto Auftritte unterwegs waren. Ein Relikt aus dieser Zeit ist ein Feature-Part von Christian auf dem geistreichen Album „Idealgewicht“ bei dem Track „Meine Freunde und ich“.
Im Jahr 2002 beschloss man den Namen „Holz“ abzulegen und als „Freispruch“ weiter zu machen. Dieser Name ist ein Hinweis auf die Vergebung der Sünden durch Jesu Tod am Kreuz und soll außerdem das Anliegen wiederspiegeln, in den Texten bzw. auf der Bühne möglichst offen und „frei zu sprechen“. Schon einige Zeit vorher hatten sich die beiden Jungs die Pseudonyme „skif“ (Christian) und „aiRo“ (Benni) zugelegt, unter denen sie fortan das Mic in die Hand nehmen wollten.
Etwa zeitgleich kam es zum nächsten wichtigen Entwicklungsschritt, nämlich die Aufnahme der Band auf die christliche Rap-Plattform „InSachenHipHop“, die zur Veröffentlichung einer zwei-Track starken Vinyl (Vorwärts/Alles zu Seiner Zeit) und zu Beiträgen auf den ISHH-Samplern eins und zwei führte.
In den folgenden Jahren investierte man weiter Zeit, Geld und Energie in Equipment, Auftritte und die musikalische Weiterentwicklung; neue, immer bessere Beats wurden geschraubt und weitere, anspruchsvollere Texte geschrieben.
Im Frühjahr 2005 kam es dann zu einem besonderen Höhepunkt der Bandgeschichte. Im Rahmen des „Message Music Contest 2005“ gewann Freispruch den „Teens Mag Hip-Hop Award“ mit dem Lied „Dein König“. Die Preisverleihung und anschließende Präsentation des Siegertitels fand in Mannheim vor etwa 3000 Zuschauern – darunter die Jury-Mitglieder Thomas Stein und Mola Adebisi – statt.
Einen weiteren Wegbegleiter mit Namen Mek Mc aus Österreich lernten die beiden Jungs von Freispruch in der folgenden Zeit kennen; der auf Meks Album „Metanoia“ erstmals veröffentlichte Feature-Track „Die Vision“ entstand aus der gemeinsamen Leidenschaft, Menschen durch Tiefsinn im Text zum Nachdenken anzuregen und auf Gottes Liebe aufmerksam zu machen.
Im Jahr 2006 gab es erstmals Auftritte im deutschsprachigen Ausland, daneben feilten die Zwei mehr denn je an Beats und Texten, denn eine eigene CD war inzwischen mehr als überfällig geworden. So wurde im Herbst 2006 in einer intensiven Woche endlich das Material für das Debut-Album aufgenommen, welches ein Jahr später – im November 2007 – unter dem Titel „Für die Ewigkeit“ auf dem passenden Label „Zucker Schallplatten“ veröffentlicht wurde. Das Album enthält zwölf Tracks plus Intro mit Features von Dane & Dj Restless (Geistreich), Mek Mc und Dj Mzuni und steht nach wie vor unter der Prämisse, gute Musik zu machen, durch die Gott Menschen und Menschen Gott begegnen.
Und sonst noch…
Was habt ihr nach dem Gewinn des Teens-Mag-Awards gemacht?
Wir haben natürlich nicht aufgehört Musik zu machen, auch wenn es eine Weile ruhiger um uns geworden ist. Es gibt neben der Musik natürlich auch noch ganz alltägliche Dinge, die Zeit in Anspruch nehmen und um die man sich kümmern muss. So haben wir beide in der folgenden Zeit studiert, dazu war Benjamin mit seiner Frau etwa vier Monate in Paraguay um Auslandserfahrung zu sammeln. Christian hat zudem im Sommer 2007 geheiratet und hatte zuvor mit den Vorbereitungen alle Hände voll zu tun. Neben all diesen Dingen haben wir aber stetig an Texten und Beats für das Album gearbeitet. Manchmal dauert das halt ein bisschen länger als geplant, die kompletten Aufnahmen für die CD entstanden ja immerhin schon im Herbst 2006 und wurden erst ein Jahr später veröffentlicht. Da gibt es viele Dinge, die Zeit in Anspruch nehmen: Mix, Mastering, Labelsuche, Design der CD, Fertigung im Presswerk etc. Schwierig war es außerdem, dass wir etwa vier Stunden voneinander entfernt wohnen. In der Zeit nach dem Award haben wir also keine Pause gemacht, sondern neben einigen Auftritten konzentriert an der CD gearbeitet.
Welche Ziele/Wünsche gibt es für die Zukunft mit Freispruch?
Wir wünschen uns natürlich in erster Linie, dass Menschen durch unsere Musik zum Nachdenken über ihr Leben gebracht werden und ganz speziell, dass sie von Gottes Liebe für sie ganz persönlich erfahren. Die Begegnung mit Gott steht dabei im Zentrum; wenn Gott Menschen durch unsere Musik begegnet und diese sich Ihm öffnen, ist der Sinn und Zweck von Freispruch erfüllt. Dabei wollen wir keine Moralapostel mit erhobenen Zeigefingern und Strafpredigt auf den Lippen sein, sondern den Menschen auf eine freundliche und trotzdem direkte Art das Evangelium weitergeben. Daneben liegt es uns am Herzen, die Menschen, die Gott bereits kennen, in ihrem Glauben zu ermutigen und ihnen neu ins Bewußtsein zu rufen, dass eine Beziehung zu Jesus wirklich das Beste ist, was sie in ihrem Leben erfahren können. Alles was diesem Ziel dient, wünschen wir uns für die Zukunft – wie auch immer das konkret aussehen mag.
Daneben wollen wir gezielt an einem zweiten Album arbeiten. Außerdem wünschen wir uns beide, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft näher beieinander wohnen, was das Musik machen vereinfachen würde. Natürlich sind darüber hinaus große Auftritte auch immer eine ganz besondere Sache, wenn wir also mal beim Splash-Festival auf der Bühne stehen sollten, hätten wir nichts dagegen… ![]()
Das sagen andere über Freispruch:
“Wer auf intelligenten, geistreichen und gewitzten deutschen HipHop steht, kommt am neuen Freispruch-Album unmöglich vorbei. Straighte Bekenntnisse zu ihrem Glauben wechseln sich ab mit handwerklich solide gebauten Beats und Samples. Bitte mehr davon!” Peter Pan(W4C)


